Karriere und Perspektivlosigkeit durch Burnout?

Burnout als Grund für Karriere und Perspektivlosigkeit? 

Die Karriere welche in ein Burnout führt, bietet meist weder eine Alternative noch Perspektive. Bis ca. 2011 gab es in Deutschland rund 60 Millionen registrierte Krankenstandstage basierend auf psychischer Erkrankung wegen mangelnder Perspektive. Fast eine Verdoppelung gegenüber den letzten Jahren. Knapp 13 Millionen Arbeitnehmer und Karrieren sind dabei am deutschen Markt laut Experten von Burnout betroffen. In Österreich ist es mit der Karriere ähnlich. Ca. 40% fühlen sich am Arbeitsplatz überlastet, um die 250.000 registrierte Burnout Fälle  mit steigender Tendenz.

Es ist nicht so, dass ich eine Arbeitsunfähigkeit bedauere oder verurteile. Es ist vielmehr, dass diese Personen eine massive Einschränkung in deren Lebensqualität hinnehmen müssen. Aufgrund der Karriere erfährt man nun mal den Wohlstand oder eben schnell nicht mehr. Die Karriere fordert nun mal. Wenn es dann zu viel wird, ist die Karriere ganz schnell beendet oder schlägt in gesundheitsbedenkliche Lebensstile um. Hartz IV-Empfänger hin oder her, aus dieser Situation muss man erst einmal wieder rauskommen. Ich denke, jeder fährt lieber in den Urlaub und genießt das Leben in vollen Zügen als arbeitslos und krank zu sein. Ein Burnout verursacht nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Schnitt 30,4 Krankheitstage pro Jahr bei Arbeitnehmern. 20 Prozent aller Erwerbstätigen erleben Burnout-ähnliche Phasen.

Bereits jeder fünfte leidet unter gesundheitlichen Stressfolgen aufgrund Karriere. Von Depression, Minderwertigkeitsgefühlen und Schlafstörungen bis zum Herzinfarkt und Schlaganfall ist alles dabei. Jeder dritte Berufstätige arbeitet am Limit und fühlt sich stark gefordert oder gar schon ausgebrannt. Fachleute beziffern die Ausfallkosten und verlorene Wertschöpfung in Deutschland auf rund 71 Milliarden Euro. 41 Prozent aller Neuzugänge zur Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit waren auf psychische Störungen zurückzuführen. Psychische Belastungen sind damit inzwischen Ursache Nummer eins für Frühpensionen oder das vorzeitige Ausscheiden aus dem Arbeitsleben. Das Durchschnittsalter liegt bei 48 Jahren!

Quelle: TK Gesundheitsreport & KKH-Allianz & WHO & Stressreport Deutschland 2012 und www.bmgf.gv.at, Gesundheit/Gesundheitssystem von 2016

https://de.statista.com/themen/161/burnout-syndrom

 

Jobwechsel, was bringt das wirklich?

Eine berufliche Neuorientierung würde ich nicht gerne noch einmal vollziehen müssen. Das war aber mein Weg, um mich der Situation zu stellen. Viele haben mir damals abgeraten, meinen „guten“ Job in einem Konzern aufzugeben. Meine Persönlichkeit ließ mich jedoch den Sprung ins kalte Wasser wagen und ich muss sagen, es war lange Zeit eine schier endlose Talfahrt des Grauens mit nur wenigen Lichtblicken. Nichts desto Trotz war es die wohl erforderliche Fleißaufgabe, bis ich es hierher schaffte und Dir nun berichten kann. Naja, für eine neue Karriere, Lebensaufgabe braucht man ja schlussendlich auch das Rüstzeug und wenn es einem keiner zu bringt, muss man es eben selber machen. Das bringt’s dann aber auch sowas von 😉

Was hat mich damals zur Flucht nach vorne angetrieben?

Ich war damals ziemlich gut in dem, was ich machte. Ich habe immer alles mit vollster Zielstrebigkeit und Genauigkeit zur Zufriedenheit aller erledigt und übernommen. Es wurde aber zusehends schwieriger, Familie, Beruf und Freizeit unter einen Hut zu bekommen.

Irgendwann war ich mehr als frustriert und wollte alles hinwerfen, etwas anderes machen. Ich sehnte mich nach einer neuen Herausforderung, mich weiter zu entwickeln und etwas Neues, Interessantes ausprobieren. Anstatt mich aktiv einzubringen, rückten Selbstverwirklichung und der Wunsch nach Sinnhaftigkeit und nachhaltigem Erfolg für mich in den Vordergrund.

Du sehnst Dich nach Erfüllung oder etwas Neuem im Beruf, kommst jedoch nicht richtig in die Gänge?

Oder hörst in Deinem Umfeld, dass sich jeder verändern kann, wenn er nur möchte?

Und hast schon verschiedene Ratgeber und Freunde studiert und traust Dich dennoch nicht, loszulegen?

Was hält Dich davon ab?

Ein besonderes Buch welches mir damals die Augen öffnete, eine alternative Perspektive aufzeigte und mich super motivierte, war das “Sprenge Deine Grenzen” von Jürgen Höller.

Hier ein paar kleine Ausblicke, was Dich auf dem Weg zu einem aktiven Lebensstil schlimmstenfalls erwartet und auf welche Herausforderungen Du Dich vorbereiten solltest. Wie heißt es so schön: „Hast Du die Situation erstmal erkannt, ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Veränderung“

 

Diese 8 Meilensteine mußte ich bewältigen

Die größte Aufgabe für mich war, meine Einstellung zu den Lebensumständen zu verändern – da waren die körperlichen Herausforderung hin zu einem aktiven Lebensstil verhältnismäßig klein. Aber ich denke, diesen Weg kann jeder gehen, der es auch tatsächlich möchte. Durchhalten und Aussitzen war meine Devise, die mich über sämtliche Phasen bestärkte und leitete.

1. Phase: Du kommst vom Regen in die Traufe

Es ist nicht gesagt, dass Dich eine Veränderung im Beruf schneller an Deine Ziele und Träume führt oder sie Dir auch nur näher bringt. Es kann genauso nach Hinten losgehen und du musst notfalls wieder korrigieren und einen zweiten Schritt machen. Das zerrt an den Nerven, kostet Engagement und Energie wie auch Lebenszeit. Auch im neuen Job gibt es nervige Kollegen, eine kraftraubende Betätigung, anstrengende Vorgesetzte. Job bleibt Job, sollte Spaß machen aber ist nun mal ein notwendiges Übel, um die Rechnungen zu bezahlen. Warum sollten sich alle Probleme durch einen neuen Job in Luft auflösen? Besser ist es, die jetzige Situation zu kontrollieren als in noch eine Schlimmere zu geraten.

2. Phase: Lass doch Du Dich vom Traumjob finden 

Geduld und Warten zählten nicht wirklich zu meinen Stärken. Darin musste ich mich üben und ich drehte zeitweise fast durch. Irgendwann wird es dann schon passen, meinten viele. Den Satz kann ich noch nicht mal heute hören. Aber es stimmt nunmal: Vor der Ernte kommt immer der Ackerbau, dann die Aussaat; Sonne und Wasser machen dann den Rest. Saaträuber muss man vertreiben, und hat man seine Sache mit Leidenschaft gemacht, gibts eine reiche Ernte.

Hör also auf, verkrampft etwas nachzujagen, das ständig zwei Schritte vor einem Halt macht. Dreh den Spieß um und bestell Dein eigenes Feld. Hör auf, etwas zu suchen, was Du ohnehin nur vom Hören und Sagen kennst. Anstatt etwas übers Knie zu brechen, würde ich es auslaufen lassen, mich gegebenenfalls zu Ergänzen versuchen, einen Ausgleich zum „Muss“ bedenken, auf Bestehendem aufbauen. Aus Irgendwann wird dann ein Start-Termin für einen Kurs, einen Umzug oder sonstiges.

3. Phase: Zu alt für Veränderung 

Volkstümlich wird behauptet: wer  schon über Mitte 30 ist,  kann getrost die Hoffnung auf berufliche Veränderung aufgeben. Wer sollte noch die Mühe aufbringen, einen Dinosaurier einzustellen, der sich schon langsam auf die Pension ausrichtet? Wer sollte dich in einen neuen Beruf einarbeiten und noch besser bezahlen, als es vorher der Fall war. Genau, womöglich Du selbst! Mit 23 Jahren dachte ich noch, das Leben sei mit 25 vorbei und dann geht es schon bergab. Mit 30 sei ich verheiratet, hätte 1 bis 3 Kinder und ein Haus, die Sache läuft. Nein, dem ist leider nur in Ausnahmefällen so.

In Wahrheit dauert es einfach, sich das nötige Rüstzeug anzueignen. Viele Arbeitgeber sehen einer Weiterbildung und persönlichen Entwicklung eher pessimistisch entgegen. Verständlich, sie kommen in das Bedrängnis, am Ende ein höheres Gehalt bezahlen zu müssen. Vielleicht bezweifeln sie Deine Loyalität zum Unternehmen, bringen Dich in emotionale Bedrängnis. Viele Chefs übersehen die individuellen Bedürfnisse und Potenziale von Mitarbeitern. Sie nehmen ihnen dabei die Möglichkeit, sich zu entwickeln oder zu behaupten, um das Leben besser bestreiten zu können. Dem unterstelle ich keine böse Absicht sondern vielmehr das es einfach viel zu lax zugeht.

4. Phase: Fehlentscheidungen können nicht revidiert werden 

Unterstellung einer fehlenden fachlichen Qualifikation sind die Regel in Personalentwicklungsgesprächen. Eine versäumte Ausbildung wäre zu aufwändig nachzuholen. Mittlerweile brauchen wir ja Akademiker aus Wirtschaft und Management, um in einem Handyladen bedient zu werden. Genauso gibt es Mediziner, die nach den ersten Berufsjahren doch lieber Musiker oder Landschaftsgärtner werden. Ausbildung dauert das gesamte Leben an, bringt Erfahrung und bereichert das Leben eines jeden. Sinnvoll betrachtet meine ich, dass es unbedingt erforderlich ist, diese „fehlende fachliche Qualifikation“ nachzuholen und gegebenenfalls darauf zu bestehen.

Im Konsens mit dem Arbeitgeber ist es immer leichter, aber Du würdest es nicht ernsthaft in Betracht ziehen, wenn es Dir nicht in der Zukunft von Nutzen sein kann. Das verstehe ich unter „das Beste daraus zu machen“. Wichtig ist, dass Du mit Deiner Entscheidung zufrieden bist, auch wenn es zum Ziel noch mehr Schritte bedarf. Sich mit etwas abfinden, verbessert nichts. Das hat uns die Vergangenheit schon bewiesen. Bedenke das Problem Plastikmüll: Ist es die Industrie welche die Produkte erzeugen oder die Menschen welche den Müll sorglos der Umwelt gegenüber überall entsorgen?

5. Phase: Wieso solltest Du die Ausnahme sein? 

Ganz einfach: Weil Du schon bis hierher gekommen bist, Dich für einen aktiven Lifestyle interessierst, kein Burn-Out brauchst und Du es ganz einfach willst. Lass Dir von den Medien nicht einreden, dass so eine Veränderung mal eben jeder so leicht in Angriff nehmen und schaffen kann. Vor einer solchen Veränderung wusste von den Vorzeigebeispielen niemand, was ihn erwartet.

6. Phase: Was gibst Du alles auf? 

Jede Veränderung bedeutet Abschied nehmen von Gewohntem. Bist Du Dir dessen bewusst, hast Du die Hände und den Kopf frei für Neues. Fachkompetenz und Expertenwissen, die persönliche Berufs- und Lebenserfahrung bleiben einem ja doch erhalten und stellen beim nächsten Arbeitgeber womöglich ein wertvolles Potenzial dar. Für diese Entwicklung muss man zu keinem Danke sagen, weil man es sich selbst mühevoll erarbeitet hat. Man kann diese Kompetenz nicht einfach so über Bord werfen. Geschickt ist es jedoch, wenn Du nicht komplett bei Null beginnst. Artverwandte Berufe, wo Deine Kompetenz mit einer neuen Herausforderung zusammenpasst, gibt es sicherlich. Beispielsweise war ich Steinmetz, wurde zum Verkäufer und Filialleiter, zum Studenten und Jobhopper und bin jetzt im Marketing und habe ein eigenes Unternehmen. Vergiss Gedanken darüber, was Du alles aufgibst und konzentriere Dich auf Deine Stärken und auf das, was vor Dir liegt.

7. Phase: Von Gipfel zu Gipfel muß man durch ein Tal 

Möchtest Du wirklich auf einen anderen Gipfel oder liegt Dein Problem lediglich an Deiner Betrachtungsweise? Hast Du das Problem im Job auch mal aus Distanz oder unter anderer Perspektive betrachtet? Welches Problem würde mit einem einfachen Jobwechsel gelöst werden und welche neuen entstünden dadurch?

8. Phase: Selbstzweifel sind nicht hilfreich 

Wie willst Du das schaffen? An diesem Gedanken sind schon viele gescheitert und hatten am Ende weniger als vorher. Worauf kannst Du schon aufbauen? Fiese und dumme Aussagen gibt es zu genüge. Von nichts kommt halt auch nichts, das ist leider so und der Neid jener, die aufgegeben haben, vergönnt es einem eben nicht, erfolgreich zu sein. Dem muss man sich stellen und für sich den Kampf aufnehmen. Am meisten gehindert hat mich das fehlende Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten und die Leugnung meiner eigenen Persönlichkeit. Alte Gewohnheiten aufzugeben war für mich einfacher als neue Gewohnheiten zu trainieren und dran zu bleiben.

Sämtliche 8 Phasen behinderten mich bei meiner Neuorientierung, wurden durch Ängste geschürt und aus Bequemlichkeit hinausgeschoben. Ich bin überzeugt, dass jeder etwas im Beruf und Privatleben verändern kann und somit mehr Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, Freude und Glück finden kann. Das erfordert Klarheit durch Bewusstsein sowie Eigenverantwortung, Neugierde, Mut und Entschlossenheit zur Veränderung.

Einfach war es nicht, noch einmal machen würde ich es womöglich auch nicht, aber es hat sich allemal ausgezahlt und es war mir den Wechsel wert. Bevor Du etwas Unüberlegtes machst, überlege Dir Deine Ziele genau, wo Du Dich auf Deinem Weg dorthin gerade befindest und wie Du Deine Ziel erreichen kannst. Im Prozess der beruflichen Neuorientierung wirst Du genau mit diesen beschriebenen Ängsten, Gewohnheiten und Pflichten konfrontiert. Betrachte doch mal Deinen bereits zurückgelegten Weg im Leben. Was hast Du schon alles gelernt, gemeistert und über welche Fähigkeiten und Kompetenzen verfügst Du bereits?

Diese kannst Du vielleicht morgen schon wieder sinnvoll anwenden. Du wirst wieder nach vorne schauen und durch tägliches Üben und Trainieren wieder Spaß daran haben, Dein Leben und Beruf aktiv zu gestalten. Fang damit an oder setze endgültig einen Haken unter das Thema Veränderung und Karriere. Sei kein Masochist und erspar Dir die Qual des Nichtstuns und des ewigen Gejammers.

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